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Konspirative Umweltgruppe Herbst 1989 in Erfurt Presse
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Die Friedliche Revolution im Herbst 1989 hatte viele Fassetten. Entsprechend vielfältig sind die Deutungsversuche. Die Debatte über die Deutungshoheit der Ereignisse im Herbst 1989 dauert an. Die zahlreichen Gedenkfeiern und Ausstellungen anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Mauerfalls und der Stasi-Besetzungen sind Teile dieser Debatte und nicht der Abschluss. Das gegenwärtige Gedenken an Mauerfall und Stasi-Besetzung wird nicht selten in aktuelle politische Bezüge gestellt damit auch instrumentalisiert. Das Gedenken heute lebt von den Bildern und Texten von damals. Das kann trügen, denn die friedliche Revolution in den Provinzstädten ist im Gegensatz zur "Hauptstadt der DDR" kaum durch Fernseh- oder Video-Aufnahmen begleitend dokumentiert. Folglich erweckt die zweifellos beeindruckende Ausstellung auf dem Alex in Berlin den Eindruck als sei der Ursprung der Friedlichen Revolution in Berlin zu finden. Die 5 mutigen Frauen, die am 4.12.1989 Einlass in die Erfurter Stasi-zentrale forderten, hatten keine Kamera dabei. Es waren 5 und nicht wie die später aufgenommenen Fotos zeigen viele. In diesem Abschnitt werden Fassetten zur Friedlichen Revolution in Erfurt ausgebreitet – ohne Anspruch auf Vollständigkeit und eine kritische Wertung einzelner Darstellungen.
"Wendeschleife - Vom Friedensgebet zur Demo". Filmdokumente 1989-1990 Aufnahmen: Bistumsarchiv des Bistums
Erfurt. Stasi-in-Erfurt dankt dem Bistumsarchiv für die Genehmigung diese Dokumentation auf die website stellen zu dürfen. Es handelt sich bei dieser Videodokumentation meines Wissens um die einzigen Videos zu den Ereignissen im Herbst 1989 in Erfurt. Video (wmv) "Wendeschleife" Teil 1 Teil 2 Teil 3
· Stasi-Besetzung am 4.12.1989 in Erfurt "Wie besetzt man eine Stasizentrale - 5 Frauen berichten von der
ersten spektakulären Stasibesetzung in der DDR am 4.12.1989."
lieber achim, seit langen jahren habe ich beobachtet, das die feierlichkeiten zum 4.12. 1989, dem datum der ersten stasibesetzung der ddr in erfurt, in erfurt und auch anderswo ohne die nennung der 5 personen vonstatten gegangen sind, die damals die initiative und die ganze verantwortung für die besetzung übernommen haben. mir war es wichtig, das die namen der 5 frauen, zu denen auch ich gehörte, 20 jahre nach dem ereignis nicht im grau eines undefinierbaren "wir" verschwinden, weil mit den namen eine konzeption verbunden war, die die bewußtheit und kraft des einzelnen individuums beweist. diese wollte ich wieder aufspüren. und kam auf die idee eine performance zu machen. die performance war mir gelegenheit den inzwischen getrennten wegen der frauen nachzugehen und sie eigentlich neu kennenzulernen. ich stellte fest, das jede ihrer eigenen vision gefolgt war, aber irgendwie am rande dieser gesellschaft und am existenzminimum lebte. jede von uns konnte einen teil ihrer visionen mit in der performance formulieren. am 4.12.2009 habe ich, als klar war, das im erfurter parlament wieder die namen nicht genannt werden, dieses gespräch und die dokumentation der performance im kino hirschlachufer erfurt gezeigt. Gabi Rakuna (Kerstin Schön), Sabine Fabian, Tely Büchner, Claudia Morca Bogenhardt und Gabriele Stötzer waren die Frauen, die am 4.12. 1989 in Erfurt die erste Stasibesetzung der DDR initiierten. Zur Erinnerung und Neufindung der Kraft von damals machten sie nach 20 Jahren am 23. September 2009 in Dresden eine Performance "Herzmut, die Wiederbelebung des wir". In Vorbereitung zu dieser Performance führte Gabriele Stötzer im Frühjahr 2009 erinnernde Gespräche und dokumentierte sie in einem Film. In einfacher Klarheit zeigt sie, was die Frauen am Morgen des 4.12.1989 motivierte. Der Stasibesetzung gingen seit 1988 monatliche Treffen mehrerer Frauengruppen in Erfurt voran. 1989 gründeten sie die "Frauen für Veränderung", mit denen sie öffentlich wirksam werden konnten. In dem Gespräch kommen mit authentischer Frische der Mut und die Entschiedenheit von damals zum Ausdruck.
Video (wmv) "Stasizentrale" Teil 1 Teil 2 Teil 3
Gedenken an Mauerfall und Stasi-Besetzung
Heino
Falcke: Rede bei der Festveranstaltung der Stadt Erfurt zum 9. November
2009 "Mit-Leid" des Bildhauers Ulrich Barnickel. Diese Skulptur wird einige Monate in der Andreasstraße zu sehen sein. Sie erinnert dort an das Leid der Insassen des ehemaligen Stasi-Untersuchungsgefängnisses in Erfurt. Presse
Der MDR erinnerte in einer Sendung am 6.12.2009 an die Besetzung der Erfurter Bezirksverwaltung der Stasi Festakt in Erfurt - Gedenken an Sturm auf Stasi-Zentralen 1989 Erfurter haben am Freitag an die erste Erstürmung einer Stasi-Bezirkszentrale vor 20 Jahren erinnert. Mutige Bürger wollten verhindern, dass Akten vernichtet werden. Ihrem Beispiel folgten Proteste in anderen Regionen. Am gleichen Tag traten die Häftlinge des Stasi-Gefängnisses Bautzen in einen Hungerstreik - und lösten weitere Demonstrationen im Wende-Herbst aus. Die Ministerpräsidentin des Freistaates Thüringen, Frau Christine Lieberknecht, betonte bei diesem Festakt: "Es darf keinen Schlussstrich geben." Einer Verklärung der DDR müsse entgegengewirkt werden. Landtagspräsidentin Birgit Diezel sprach von einer "außergewöhnlich mutigen Tat des Herbstes 1989". Der Jugend müsse vermittelt werden, was Diktatur heißt, aber auch, wie es zum Wunder der friedlichen Revolution gekommen sei. Die Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, Frau Marianne Birthler im Gespräch mit dem Betreiber von www.stasi-in-erfurt.de, Dr. Joachim Heinrich am Randes des Festaktes in Erfurt am 4.12.2009.
Der MDR erinnert in einer Sendung am 15.12.2009 an die Besetzung der Stasi-Zentralen mit folgendem Kommentar und Bild auf der MDR-Website. 1989: Die Erstürmung der Stasi-Zentralen Anfang Dezember 1989 herrschte absolutes Chaos bei der Stasi: In den Dienststellen wurden hektisch Abertausende Dokumente, Fotos und IM-Listen verbrannt, beiseite geschafft oder geschreddert. Doch die Aktion blieb der Öffentlichkeit nicht verborgen. Auch jenseits von Leipzig, Dresden und Rostock, in den kleinen Orten der Republik, wollten Mitglieder der neugegründeten Bürgerkomitees die Aktenvernichtung stoppen. So wurde der Biologielehrer Heinz-Dietrich Krüger mit ein paar wenigen Mitstreitern in Salzwedel aktiv. Aber auch in Halle und Suhl ließen sich die Menschen nicht mehr alles gefallen. Am 04.12.1989 werden in Erfurt Aktenschränke unter Verschluss genommen.
BARBAROSSA erinnert an die turbulenten Wochen.
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